Die Sherpas
Auf den Namen Sherpa bin ich zum ersten Mal in den 80ger Jahren in der französischen Tageszeitung „La Voix du Nord" gestossen. Hier war die Rede von Jacques Attali, Sherpa von Präsident François Mitterrand. Ich erfuhr, dass dieser Beiname oft den Stellvertretern oder persönlichen Beratern der Staatsoberhaupte, vor allem im internationalen Bereich erteilt wird. Danach entdeckte ich, dass mit der Bezeichnung Sherpa eine nepalesische Völkergruppe benannt wird, deren Ursprung in Tibet liegt. Ein Volk vom Osten.... Shar (Osten) und pa (Volk). In der Tat, die Sherpas haben in der Mitte des 16. Jahrhunderts den Osten Tibets verlassen um sich in den oberen Himalaya-Tälern an der Grenze von Nepal niederzulassen. Namentlich am Fuss des Mount Everest, dem Dach der Welt.
Am Fusse der Hochlagen anssässig, stark, tapfer, von physischer Ausdauer und an die Schwierigkeiten des Lebens im Hochgebirge gewohnt, wurden die Sherpas von westlichen Bergsteigern schnell als Träger und Begleiter bemerkt. Hierdurch ändern sich ihr Leben und ihre Berufe. Immer mehr von ihnen wenden sich dem Bersteigen zu und begleiten die Expeditionen auf ihrem Weg zum Gipfel sowie auf den Trecking-Ausflügen. Der berühmteste Sherpa bleibt Tenzing Norgay. Obgleich er weder Schreiben noch Lesen konnte, war er in sieben Sprachen bewandt. Die Natur hatte ihn mit einer aussergewöhnlichen Entschluss- und körperlichen Kraft begütet. Am 29. Mai 1953 um 11 Uhr 30 gelang ihm mit dem Neuseeländer Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mount Everest in der Höhe von 8.848 m. Der Name von Tenzing Norgay wurde weltbekannt und eröffnete den Einblick in das Leben der Sherpas. Er wurde von den Oberhäuptern vieler Länder empfangen und von der Königin Englands mit einer Medaille ausgezeichnet.
Fabrice Larivière
